Wohn- u Pflegeheim Vorderes Stubaital

Geschichte unseres Hauses

Das 1988 sanierte „Franz-Josef-Heim“ erstrahlt in neuem Glanz

Im Jahr 1888 entschloss sich das Stubaital als erstes, eine groß angelegte Feier zum vierzigjährigen Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josef I. zu begehen und es traf sich, dass im gleichen Jahr Kurat Dr. Theodor Helff-Hilber von ALPENHEIM die Seelsorge in Fulpmes übernahm. (Drei Jahre später wurde die Kuratie zur Pfarre erhoben und Dr. ALPENHEIM wurde damit erster Pfarrer.)

Sein tatkräftiges Wirken kündigte sich schon bei seiner Amtsübernahme an, indem er als nützlichen Zweck des geplanten Festes die Stiftung eines neuen Schulhauses propagierte und selbst dafür 3.800 Gulden spendete.

Das großartige Kaiserfest in Fulpmes am 19. August 1888 konnte dann auch mit der Grundsteinlegung für das geplante Schulhaus abgeschlossen werden.

 

Wo jetzt der Altbau des Altersheimes steht, befand sich damals ein altes Bauernhaus - „bei Schotten“ genannt. Dieses ist 1834 aus Geldern des Armenfonds gekauft und als sogenanntes „Armenhaus“ eingerichtet worden.

 

1865 übernahm der Orden der „Barmherzigen Schwestern“ die Leitung des Hauses und später, als das Schulhaus 1891 fertiggestellt war, traten zwei Schwestern auch in den Schuldienst als Lehrerinnen ein. Bisher waren die Schulklassen im Widum und im Kamplerhaus (heutiges Gemeindeamt) untergebracht.

 

1892 wurde die „Kinderbewahranstalt“ (Kindergarten) im Erdgeschoß des Schulhauses eröffnet und ebenfalls von Schwestern betreut.

 

1909 entschloss sich die Gemeinde das baufällige Armenhaus zu renovieren, was sich als aussichtslos herausstellte und daher nichts anderes übrigblieb, als das alte Haus niederzureißen und von Grund auf neu zu errichten. K.k. Fachschullehrer Ing. Josef Haßlinger entwarf den Plan, Baumeister war Johann Höß aus Mieders, Zimmermeister war Georg Larcher aus Fulpmes.

 

1910 wurde das Haus mit einem Baukostenaufwand von 36.000 Kronen vollendet und erhielt laut Gemeinderatsbeschluss und „höherer Genehmigung“ in Anlehnung an die Feier von 1888 Namen und Aufschrift:

KAISER FRANZ JOSEF I. REGIERUNGS - JUBILÄUMSHEIM“.

Aufzeichnungen des Armenfonds berichten, dass über den eigentlichen Beginn der Alten­pflege in Fulpmes wenig bekannt ist. Vor dem Jahr 1790 findet man nichts Zuverlässiges. Der 1815 verstorbene langjährige Verwalter des Armenfonds, Franz Fischnaller, hinter­ließ keine entsprechenden Aufzeichnungen. Im Jahr 1816 wurde ein Vermögens­stand von 3.546 Gulden gerichtlich ermittelt. Von da an wurde die Armenbetreuung besser organisiert und der „Gassenbettel“ streng verboten. 1830 wurde aus Mitteln des Armen­fonds eine eigene Wirtschafterin für die Versorgung der Gemeindearmen angestellt. 1834 wurde die eine, 1839 die zweite Hälfte des Schottenhauses erworben und als Armenhaus eingerichtet.

 

Auf Ansuchen des Kuraten Karl Blaas und des Gemeindevorstehers Georg Kartnaller übernahm dann der Order der „Barmherzigen Schwestern“ die hiesige Armenpflege und versetzte am 7. November 1865 einige Schwestern nach Fulpmes. Sie fanden das Haus in einem kläglichen Zustand vor. Außer geringfügigem Nutzgrund um das Haus herum und drei Geißen war nichts vorhanden. Durch Pacht von Feldern und Grundzukauf am Schafinnes und am Steinachl (Medraz) wurde die Landwirtschaft erweitert, so dass einige Kühe und Schweine gehalten werden konnten. 1891 wurde das gleich neben dem Armen­haus liegende, neu errichtete Schulhaus eröffnet. Damit traten die Ordensschwestern auch in den Schuldienst ein und waren bis 1974 als Volksschullehrerinnen im Religions­unterricht bis 1979 erfolgreich tätig. Ebenso betreuten sie von 1892 bis 1967 den Kindergarten.

 

Die letzten zwei Ordensschwestern, die im hiesigen Altersheim beschäftigt waren, wurden 1982 von ihrem Pflegedienst in Fulpmes zurück in das Stammhaus der „Barm­herzigen Schwestern“ zurückberufen. Damit ist eine über hundertjährige, segensreiche Tätigkeit der Schwestern sowohl im Sozial- als auch im bereits 1974 beendeten Schuldienst unserer Gemeinde abgeschlossen worden. Wir sind ein Gemeindeverband bestehend aus den vier Gemeinden des Vorderen Stubaitals Fulpmes, Telfes, Mieders und Schönberg.

An oberster Spitze steht daher die Verbandsversammlung bestehend aus den vier Bürgermeistern, Gemeindevertretern und dem Verbandsobmann.